North Island – Das Liebesnest von Kate und William

North Island – Das Liebesnest von Kate und William

Bei „Welt Online“ fand ich folgenden Artikel (Quelle: http://www.welt.de/print/wams/reise/article13400617/Das-Liebesnest-von-Kate-und-William.html)

Wie sieht es aus auf North Island? Auf der winzigen Seychellen-Insel hat das frischverm├Ąhlte britische Prinzenpaar gerade seine Flitterwochen verbracht

Das herrlichste Hotel f├╝r Flitterwochen … Ich weinte, als wir abreisen mussten.“ So lautet ein aktueller Eintrag ├╝ber das Insel-Resort North Island bei Tripadvisor, der weltgr├Â├čten So-war-meine-Reise-wirklich-Website, geschrieben von einer Londonerin mit dem Decknamen „Oscarlake“. North Island? G├Ąste aus London? Interessant, denkt man unvermittelt. Sollte etwa Kate Middleton, neuerdings Herzogin von Cambridge und Gattin des britischen Thronfolgers, im Internet unter Pseudonym ├╝ber ihre j├╝ngste Reise berichtet haben? Die f├╝hrte bekanntlich nach North Island, das bekanntlich als Paradies gilt (das man nur unter Tr├Ąnen verl├Ąsst), und bekanntlich verbrachten die K├Ânigskinder dort ihre Flitterwochen, das B├╝ro von Prinz William hat das inzwischen best├Ątigt.

Doch so gut der Internet-Eintrag auch auf die Herzogin passen w├╝rde, er kann nicht von ihr stammen, denn er wurde bereits am 22. Februar erstellt. Die k├Ânigliche Hochzeit fand indes erst am 29. April statt. Schade. Denn so wird die Welt kaum mehr ├╝ber die Flitterwochen erfahren als das, was offiziell verlautete: Das Paar habe seine Reise sehr genossen und sei der Regierung der Seychellen f├╝r deren Hilfe dankbar. Die bestand darin, dass die K├╝stenwache garantiert hatte, kein Paparazzi-Boot auf die abgelegene Insel zu lassen. Das ist offenbar gelungen, Fotos ├╝ber das junge Gl├╝ck auf North Island sind bislang nicht aufgetaucht, und da die Insel komplett an die Royals vermietet war, gab es auch keine neugierigen Miturlauber.

Trotzdem wollen wir der journalistischen Aufkl├Ąrungspflicht Gen├╝ge tun und einen Blick in jene Welt werfen, die K├Ânigshaus und K├╝stenwache hermetisch abgeriegelt hatten, sprich: Wir stellen North Island aus eigener Anschauung vor. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht – auch unsere Redaktion war w├Ąhrend der Flitterwochen nicht auf der Insel zugegen. Aber der Autor war vor einiger Zeit dort und hat mit eigenen Augen gesehen, dass sie so einiges bietet, was selbst verw├Âhnten Blaubl├╝tigen noch die Sprache verschlagen kann – von den exquisiten Gro├čraumvillen ├╝ber Himmelbetten unter freiem Himmel bis hin zu Riesenschildkr├Âten, die vor dem Schlafzimmerfenster unter Palmen ihre Eier vergraben.

Was nach paradiesischen Zust├Ąnden f├╝r G├Ąste und Schildkr├Âten klingt, war freilich nicht immer so. Von der Besatzung des Expeditionsboots der britischen East India Company, die die Insel 1609 entdeckte, ist ├╝berliefert, dass sie viele Riesenschildkr├Âten als Proviant mitnahmen. Die n├Ąchsten Generationen (zuerst franz├Âsische Kolonisten, dann die Briten, schlie├člich die unabh├Ąngigen Seychellois) verwandelten North Island in eine Mischung aus Gem├╝segarten, Kokosplantage und Viehzuchtgehege. Viele einheimische Arten verschwanden binnen weniger Jahre, von der Riesenschildkr├Âte bis zum Paradiesfliegenschn├Ąpper, einem seltenen Vogel. Stattdessen bev├Âlkerten Tomatenstr├Ąucher und Salatk├Âpfe, Schweine und Rinder, Katzen und Ratten die Insel. Abgesehen von den Kokospalmen sah es aus wie in Holland. Und zwar bis Ende der 90er-Jahre, als Wilderness Safaris zugriff, ein s├╝dafrikanischer ├ľko-Luxus-Reiseveranstalter. Der entwickelte den Plan „Arche Noah“ – Schweine und Rinder sind im Kochtopf verschwunden (bis auf eine Kuh, die sich ihrer Festnahme durch Flucht ins dichte Unterholz entzog), die Insel wurde von Ratten befreit, inselfremde Pflanzen wurden abgeholzt und durch einheimisches Gr├╝n ersetzt. Langsam kehrten Schildkr├Âten und verdr├Ąngte Vogelarten zur├╝ck. Orientierung lieferten historische Aufzeichnungen aus dem 17. Jahrhundert, in denen die urspr├╝ngliche Tier- und Pflanzenwelt der Insel beschrieben war.

Gleichzeitig wurde North Island f├╝r den Tourismus ge├Âffnet. Das Ergebnis sind elf Villen am East Beach, so perfekt im dichten Gr├╝n versteckt, dass man von seinem Bungalow aus das Nachbaranwesen nicht sehen kann. Und das, obwohl jede der Villen 1 bis 10 exakt 450 Quadratmeter misst; Villa 11 ist noch gr├Â├čer, hier d├╝rften Kate und William abgestiegen sein, auf 750 Quadratmetern. Die verteilen sich auf ein Schlafzimmer (gro├č wie ein Tanzsaal), ein Badezimmer (mit Doppelbadewanne), eine Lounge (mit Kuschelsofas und Essecke), eine K├╝che (mit Bosch-Ger├Ąten), eine Terrasse zum Flittern (gleich mit zwei Himmelbetten). In jeder Villa sorgt ein privater Butler f├╝r Ordnung in den Zimmern und f├╝r Nachschub an Handt├╝chern und Eisw├╝rfeln. Ob in j├╝ngster Zeit verst├Ąrkt nach Earl Grey Tea oder Gin & Tonic mit Gurke verlangt wurde, ist nicht bekannt.

Und was haben Kate und William zehn Tage lang auf North Island gemacht, sofern sie ihr Himmelbett verlassen haben? Wahrscheinlich werden sie die m├Ą├čig best├╝ckte Bibliothek links liegen gelassen haben. Eher sind sie an den Strand gegangen, wobei sich t├Ąglich das Luxusproblem stellte: An welchen gehen wir heute? An die Petit Anse? An den East Beach? Den West Beach? Oder lieber an den kleinsten Strand der Insel, der passenderweise Honeymoon Beach hei├čt? Dorthin sind sie, wenn sie nicht gejoggt oder geschlendert sind, im Elektro-Buggy gefahren, der zur Grundausstattung jeder Villa geh├Ârt. Wenn man mit dem Vehikel durch den dichten Dschungel kurvt, f├╝hlt man sich ein bisschen wie in „Jurassic Park“. Mit dem angenehmen Unterschied, dass die gr├Â├čten Reptilien auf North Island keine Dinosaurier sind, sondern Eidechsen oder Schildkr├Âten. Vielleicht sind sie auch schnorcheln gegangen, quasi vor der Haust├╝r liegen einige der besten Tauchgr├╝nde der Welt, oder sie haben sich im inseleigenen Spa, wo Dr.-Hauschka-Produkte verwendet werden, eine Massage verpassen lassen.

Zum Essen d├╝rften die beiden aber wieder zur├╝ck gewesen sein im Open-Air-Restaurant. Erstens ist die kreolische Inselk├╝che frisch und leicht und gro├čartig, zweitens sind Speisen und Getr├Ąnke im Preis inbegriffen, denn North Island ist ein All-inclusive-Paradies, nur Spitzenweine und Champagner m├╝ssen extra bezahlt werden. Womit wir bei den Preisen w├Ąren: Billig ist der Aufenthalt auf North Island nicht. Ein Tag in einer der Villen 1 bis 10 kostet offiziell 2115 Euro pro Nase, Villa 11 ist noch um einiges teurer. Insgesamt haben die Royals f├╝r die komplette Insel um die 442 000 Pfund ├╝berwiesen, wird in der britischen Presse kolportiert. Zum Gl├╝ck hat William eine Gro├čmutter, die ihn mag. Sie soll ihm, wie es sich f├╝r eine gute Oma geh├Ârt, f├╝r die Reise ein paar Scheine zugesteckt haben.

schreib einen Kommentar

Copyright © 2017 Hochzeit-Seychellen.de/blog